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Rücksicht statt Strafe: Menschen mit Behinderung sensibilisieren gegen den Missbrauch von Behindertenparkplätzen

Rücksicht statt Strafe: Menschen mit Behinderung sensibilisieren gegen den Missbrauch von Behindertenparkplätzen

Presseaussendung der Sozialgenossenschaft HandiCar
Bozen – In einer Pressekonferenz stellte die Sozialgenossenschaft HandiCar ihre Sensibilisierungsaktion gegen den Missbrauch von Invalidenparkplätzen vor. In der Bevölkerung soll damit eine grundlegende Änderung der Haltung gegenüber dieser oft als Kavaliersdelikt verstandenen Straftat angeregt werden. Man will dabei nicht anklagen, sondern durch das Bewusstmachen des Fehlers zu korrektem Verhalten erziehen.


„Ich war nur ganz schnell in dem Laden“ oder „Es war leider nichts anderes frei“.

 

Diese Aussagen hören Menschen mit Behinderung meistens, wenn sie jemanden ermahnen, der unberechtigt auf einem Behindertenparkplatz steht. Leider kommt es auch in unserem Land oft zu solchen Konfrontationen. Das Verständnis für den Missbrauch ist dabei auf beiden Seiten nicht das gleiche: ärgern sich Menschen mit Behinderung meist sehr über einen solchen Vorfall, empfinden die Autofahrer ohne Behinderung die Behindertenparkplatzregelung oft als übertrieben. So kommt es immer wieder zu unschönen Situationen auf den reservierten Parkflächen, welche allerdings nicht zur Lösung des Problems beitragen.

 

Fakt ist, dass die reservierten Parkflächen für Menschen mit Behinderung eine wichtige und notwendige Einrichtung sind. Durch ihre eingeschränkte Mobilität und den zusätzlich benötigten Platzbedarf beim Ein- und Aussteigen erlaubt ihnen oft erst die Benutzung eines Behindertenparkplatzes die Verwendung des eigenen Fahrzeuges. Vor einigen Jahren war es zudem meist noch kein Problem einen freien Behindertenparkplatz zu finden. Dies hat sich mittlerweile aber geändert: durch die Einführung von Fahrverboten und die Erlaubnis zum Befahren gesperrter Straßen (Fußgängerzonen, Forstwege, …) fragen mittlerweile sehr viel mehr Menschen in ihren Gemeinden um den Invalidenparkausweis an. Man geht dabei natürlich davon aus, dass all diese Menschen auch effektiv Anrecht auf diesen Ausweis haben. Dennoch ist Behinderung nicht gleich Behinderung und oft für viele Außenstehenden nicht sofort ersichtlich.

 

Die Sozialgenossenschaft HandiCar widmet sich seit mehreren Jahrzehnten der Aufgabe Menschen mit Behinderungen und Krankheiten zu mehr Mobilität zu verhelfen. Dies macht sie neben der Bereitstellung von orthopädischen und rehatechnischen Hilfsmitteln vor allem mit der Unterstützung bei der Erlangung des Führerscheins für Betroffene und den Umbau von Fahrzeugen für Menschen mit Behinderung. Auch die Sensibilisierung der Bevölkerung in den Bereichen der Mobilität gehört dabei zu den Aufgaben der Sozialgenossenschaft.

 

Stefan Hofer, Obmann der Sozialgenossenschaft HandiCar, bringt die Anliegen auf den Punkt: „Gerade für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist die Teilhabe am Leben oft sehr schwierig. Man ist auf externe Hilfe angewiesen und oft gilt es Barrieren zu überwinden, welche nicht nur auf den Straßen, sondern auch in den Köpfen der Menschen zu finden sind.“

 

Mit der nun vorgestellten Aktion „Rücksicht statt Strafe! – Rispetto invece di multa!“ will man ein wichtiges Thema der Betroffenen in den Mittelpunkt der Diskussion rücken. Der Missbrauch von Behindertenparkplätzen ist seit Langem wichtiges und vor allem gefühltes Thema unter den fast 900 Mitgliedern der Sozialgenossenschaft. Mit auffälligen Hinweiskärtchen, welche die Betroffenen selber an den Scheibenwischern und Türen der Fahrzeuge befestigen können, welche zu Unrecht auf den reservierten Behindertenparkplätzen stehen, will man hinweisen, dass es auch anders ginge. Die Einhaltung der gesetzlichen Regelung für die Benützung der Parkplätze sollte eigentlich zum selbstverständlichen Verhalten im Straßenverkehr gehören. Eigentlich ist es aus dieser Sicht nicht zu verstehen, wieso es solche Sensibilisierungsaktion immer noch dringend braucht. Es ist verständlich, dass auch die Ordnungskräfte nicht überall und ständig die korrekte Benützung kontrollieren können. So richtet sich die Aktion vor allem an das Gewissen der Parksünder.

 

„Jeder, der ein Hinweiskärtchen hinter seinem Scheibenwischer findet, sollte sich wirklich fragen: ich habe diesen Parkplatz, möchte ich auch die dazugehörige Behinderung?“ präzisiert Stefan Hofer, Obmann der Sozialgenossenschaft HandiCar abschließend.

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